Erfahrungsbericht: Auslandssemester California State University, San Marcos

Von Markus Kehle aus Ravensburg (Mai 2015)

Unser Teilnehmer Markus Kehle war im Herbst 2014 für ein Semester an der California State University, San Marcos bei San Diego und war hellauf begeistert. Im folgenden Erfahrungsbericht gibt er Antworten auf die wichtigsten Fragen, die in Zusammenhang mit einem Auslandssemester in den USA zu klären sind. Viel Spaß beim Lesen!

Vorbereitung zum Auslandssemester in den USA

Erfahrungsbericht CSU San Marcos

Ich kann nur jedem empfehlen, so früh wie möglich mit den Vorbereitungen zu beginnen. Die Auswahl der passenden Universität, notwendige Sprachnachweise (TOEFL, IELTS oder DAAD-Sprachzertifikat) und -nicht zu vergessen- die Bewerbung für das Visum benötigen Zeit. Hinzu kommt der Vermögensnachweis und andere Belege, die die amerikanischen Hochschulen verlangen. Das sind allerdings keine Gründe, die einen davon abhalten sollten, ein Auslandssemester in den USA in Erwägung zu ziehen. Aber man sollte sich eben bewusst sein, dass ein Auslandsstudium einiges an Organisation und Vorbereitung erfordert. Darüber hinaus kann ich nur jedem empfehlen, sich über Stipendien (z.B. PROMOS-Stipendium an der deutschen Hochschule) und das Auslands-BAföG Gedanken zu machen und rechtzeitig (d.h. beim Auslands-BAföG am besten fünf bis sechs Monate im voraus und bei Stipendien zu den jeweiligen Fristen) die Unterlagen einzureichen. Für das Flugticket gilt: Je früher, desto besser! Wer schon exakt weiß, wann er wieder zurück nach Deutschland kommt, kann bei rechtzeitiger Buchung auch schon mal mit etwas Glück gerade mal 900 – 1100 Euro für Hin- und Rückflug bezahlen. Im Hinblick auf die Bezahlung der Studiengebühren und auch der Gebühren für das Konsulat bzw. Visum empfiehlt sich die Anschaffung einer Kreditkarte. Ich persönlich kann nur die Consors Bank empfehlen, da man bei dieser Kreditkarte nicht nur umsonst Bargeld abheben (wie zum Beispiel auch bei der DKB), sondern darüber hinaus auch kostenlos mit der Kreditkarte weltweit bezahlen kann. In einem Land, in dem man selbst einen Kaugummi mit der Kreditkarte bezahlt, ist dies natürlich durchaus nützlich!

Das Bewerbungsverfahren an der California State University, San Marcos

Dank des kostenlosen Beratungsservices von Academic Embassy ist das Bewerbungsverfahren für ein Auslandssemester an der CSU San Marcos durchaus überschaubar. Zunächst reicht man die gewünschten Nachweise und Unterlagen bei Academic Embassy ein. Dort werden noch einmal alle Unterlagen kontrolliert und, wenn alles in Ordnung ist, an die CSU San Marcos weitergeleitet. Innerhalb weniger Wochen bekommt man dann auch ein Feedback, das bedeutet eine Bestätigung über die Aufnahme. Mit den Bewerbungsunterlagen kann man bereits eine Liste mit den „Wunschkursen“ einreichen. Es ist allerdings anzumerken, dass man als deutscher Student KEIN Anrecht auf einen Platz in den gewünschten Kurse erhält, da die eingeschriebenen amerikanischen Studenten ein Vorrecht auf die Kursteilnahme haben. Die meisten der deutschen Studenten erhielten am Einführungstag seitens der CSUSM eine Auflistung, welche Kurse Sie überhaupt mit ihrem Studienabschluss bzw. ihrem derzeitigen Studienfortschritt (hier ist eine englischsprachige Leistungsübersicht sehr wichtig) belegen dürfen. Da ich innerhalb meines Masterstudiums ein Semester an der CSUSM verbrachte, standen mir sämtliche Kurse aus dem Angebot für Bachelor im Fachbereich BWL bzw. Business Administration offen. Wie bereits erwähnt, ist es allerdings abhängig von der Größe des Kurses und von dem Wohlwollen des jeweiligen Professors abhängig, ob ihr einen Kursplatz bekommt. Generell kann ich nur den Tipp geben, sobald ihr die Bestätigung über die Annahme an der CSUSM vorliegen habt, mit dem jeweiligen Professor per E-Mail in Kontakt zu treten, euch vorzustellen und die Bitte zu äußern, an seinem Kurs teilnehmen zu können. Bei mir hatte dieses Vorgehen Erfolg, so dass ich an jedem meiner gewünschten Kurse auch teilnehmen konnte.

Seminare, Vorlesungen und Lehrveranstaltungen an der CSU San Marcos

Campus der CSU San Marcos

Die Universität San Marcos kann man mit rund 10.000 Studierenden als mittelgroße amerikanische Campus-Uni bezeichnen. Ich kann nur jedem empfehlen, den Kontakt mit den amerikanischen Studenten zu suchen, da die meisten sehr aufgeschlossen und auch interessiert daran sind, wo man herkommt. Gerade die Gespräche mit den Amerikanern machen es dann auch aus, ob sich eure Sprachkenntnisse signifikant verbessern werden oder nicht. Ihr werdet zwangsläufig mit deutschen Studenten in Kontakt kommen, das lässt sich leider nicht vermeiden, trotzdem ist die California State University, San Marcos zum Glück bei weitem noch nicht so voll von deutschen Studenten wie das in vielen anderen Städten in Kalifornien der Fall ist. Wer also wirklich seine Sprachkenntnisse vertiefen möchte, dem ist die CSUSM wärmstens zu empfehlen. Die Kurse, bei denen allesamt Anwesenheitspflicht besteht, sind generell als ziemlich arbeitsreich anzusehen. Wöchentliche Präsentationen, Essays, Tests und Gruppenarbeiten sind die Normalität. Dies mag einem am Anfang gegenüber dem deutschen Studiensystem eine große Umstellung sein, doch kommt man mit ein wenig Selbstorganisation auch hier durch. Generell ist es so, dass man ein Lehrbuch komplett eigenständig durcharbeitet und der Professor bzw. Dozent die Kapitel in der Vorlesung kurz wiederholt und eventuelle Fragen beantwortet. 

Nachtleben und Aktivitäten rund um San Marcos

San Marcos liegt ca. 40km nördlich von San Diego und ungefähr 12km vom Strand in Carlsbad bzw. Oceanside entfernt. San Marcos selber hat nicht allzu viel zu bieten, aber dadurch, dass die Entfernungen zu der nächstgrößeren Stadt und dem Strand absolut überwindbar sind, ist es auch kein allzu großes Problem. Seit einigen Jahren verfügt San Marcos über eine Zuganbindung nach San Diego und zu den umliegenden Städten, wodurch man auch ohne Auto einigermaßen mobil ist. Wer allerdings deutschen Standard gewohnt ist wird enttäuscht – die Züge bewegen sich mit ca. 40 – 50km/h recht gemächlich durch die Gegend, wodurch man für die Strecke nach San Diego knapp 2,5h einplanen sollte. Die Zugfahrt nach Oceanside ist in 45 Minuten zu machen. Generell hat jeder Amerikaner ein Auto, wodurch die öffentlichen Verkehrsmittel allesamt nur sehr mäßig genutzt werden. Viele deutsche Studenten haben sich für die Zeit in San Marcos ein Auto gemietet (zum Beispiel bei dirtcheaprental.com) oder sich mit mehreren Leuten ein Auto gekauft, was ich auch gemacht habe.
An den Wochenenden geht es meist Richtung San Diego, hin und wieder auch mal Richtung Los Angeles. San Diego bietet genügend Ausgeh- und Partymöglichkeiten, so dass hier einem bestimmt nicht langweilig werden sollte. Großer Vorteil: Jeden Freitag und Samstag fährt ein Partybus vom Campus der CSU San Marcos direkt nach San Diego zu einem der Clubs, hierbei sind Fahrt und verbilligter Eintritt bereits inklusive.

Die CSUSM bietet eine Vielzahl an Freizeitmöglichkeiten und Sportkursen. Angefangen vom „Recreation Center“, was im Prinzip das große Fitnessstudio der Uni darstellt, über Kletterkurse, Surfkurse und und und ist jede Menge geboten. Darüber hinaus werden auch in regelmäßigen Abständen Wochenendfahrten wie bspw. Wandertouren, Ausflug nach Disneyland und anderen Zielen angeboten. 

Die Kosten für ein Auslandssemester an der CSU San Marcos

Strand in der Nähe der CSU San Marcos

Kurzum: Ein Semester in Kalifornien ist nicht billig. Für Miete (WG-Zimmer) sollte man ca. 550-700 US-Dollar veranschlagen, hinzu gesellen sich noch Dinge wie Essen, Shoppen, Freizeitaktivitäten und ein evtl. Auto.
Alles in allem würde ich empfehlen 1100-1300 US-Dollar pro Monat (ohne Studiengebühren und Flug) zu kalkulieren. Je nachdem wie einkaufslustig man ist, und wie viele Ausflüge man machen möchte (Hawaii ist beispielsweise fast um die Ecke) ist dieser Betrag nach oben hin offen. Zu beachten ist hierbei auch der aktuelle Wechselkurs. Zwischen meiner Ankunft und meiner Abreise war ein Unterschied von nahezu 20 Cent US pro Euro zu beobachten. Bei einem monatlichen Bedarf rund 1300 US-Dollar macht dies schon einmal knapp 200 Euro pro Monat mehr aus. Mein Tipp: Mit eurer Bank sprechen und schon (je nach wirtschaftlich derzeitiger Wechselkursprognose) im Voraus US-Dollar kaufen. Mir hat dieser Weg bares Geld gespart!

Fazit

Auf jeden Fall ist ein Auslandssemester in Kalifornien weiterzuempfehlen. Mal abgesehen von den Sprachkenntnissen, die man erweitert, ist es einfach eine wunderschöne Gegend. Versucht so viel mitzunehmen wie es nur geht: Kontakt zu einheimischen Studenten knüpfen, Surfen zu lernen, an den Wochenenden die Städte San Francisco und Los Angeles erkunden oder Las Vegas unsicher machen. Für mich persönlich war es eine unglaubliche Zeit und wird sicher nicht das letzte Mal gewesen sein, dass ich in Kalifornien war.