Studium USA: Erfahrungsbericht Oregon State University Teil 2

Studium USA: Sharon studiert seit Herbst 2012 an der Oregon State University in Corvallis (Oregon) Business Administration (BWL) im Rahmen des Pathway Programms und berichtet in ihrem zweiten Erfahrungsbericht von ihren tollen Erfahrungen an dieser typisch amerikanischen Campus-Uni. Viel Spaß beim Lesen!

Meine Eindrücke nach einem halben Jahr Studium an der Oregon State University

Ich bin Sharon und habe mich schon vor einem halben Jahr mit einem kurzen Erfahrungsbericht vorgestellt. Damals fing ich gerade erst mit dem Studium an der Oregon State University an. Jetzt, nach einem halben Jahr intensivem Studium, kann ich meine Eindrücke viel konkreter schildern.

Die Kursauswahl ist vorgeschrieben. Abweichungen gibt es nur aufgrund des Levels und auch die Intensität und der Anspruch an einen Kurs sind davon abhängig. An den Lehrveranstaltungen nehmen normalerweise zwischen 15 und 20 Studenten teil, so dass auch ein persönlicher Kontakt zu den Dozenten aufgebaut werden kann. Natürlich ist das von Dozent zu Dozent unterschiedlich, aber sie sind alle freundlich und manche Dozenten suchen auch selbst den persönlichen Kontakt zu den Studenten.

Die Leistungsanforderungen und Lernbedingungen

Sharon beim Footballspiel der OSU
Sharon und eine Freundin aus der Sorority beim Spiel des Football-Teams der OSU

Die Vorbereitung auf einen Kurs ist schon sehr intensiv und nimmt viel Zeit in Anspruch. Wie ich schon in meinem ersten Erfahrungsbericht berichtete, nehmen die Hausaufgaben ein sehr großes Zeitfenster ein, was sich auch bis heute leider nicht geändert hat. Außerdem müssen noch zusätzlich viele Präsentationen vorbereitet werden und in einer Woche schreibe ich üblicherweise dazu noch mindestens drei Aufsätze. Die sogenannten Essays nehmen also einen großen Raum in der Leistungsabfrage ein. Dazu kommen Midterms und Finals, die ebenfalls fleißig vorbereitet werden müssen.

Finanziell muss man so mit ca. 200 bis 400 Dollar pro Term für Unterrichtsmaterialien rechnen. Dies richtet sich nach dem Fach und ist deshalb unterschiedlich. Das ist nicht gerade billig, aber die Bücher werden gebraucht. Es gestaltet sich ein bisschen schwierig sie an neue Studenten weiter zu verkaufen, weil man nicht genau weiß, wer neu ist und wen man ansprechen kann.

Die Seminar- und Vorlesungsräume sind sehr modern und die Lernbedingungen also ideal. In der großen Bibliothek hat man die Möglichkeit alleine bzw. mit anderen Studenten zu lernen. Sie hat vier Etagen und je höher man kommt, umso ruhiger wird es, so dass man ungestört und allein lernen kann, wenn man das möchte. Die Möglichkeit des Lernens in Gruppen besteht natürlich auch. Mein großes Problem ist nach wie vor die Mathematik und darauf wird hier großen Wert gelegt. Die Mathekurse gelten hier allgemein als sehr schwer, was das alles natürlich nicht einfacher macht. Darum sind diese für mich auch sehr zeitintensiv in der Vor- und Nachbereitung. Ich nutze auch den kostenlosen Nachhilfeunterricht (math tutoring), der nach Absprache stattfindet, um den Anforderungen gerecht werden zu können. Dort wird einem dann ein Student vermittelt, der sich in dem jeweiligen Fach gut auskennt.

Freizeit und Alltag auf dem Campus

Sharon bei einem Ausflug zu den Silver Falls
Sharon genießt den Ausflug zu den Silver Falls.

Mit dem Beginn des Winter Terms bin ich in das Alpha Chi Omega Sorority House eingezogen und ich habe es noch nicht einen Tag bereut, mich dafür beworben zu haben und dort eingezogen zu sein. Um in dem Haus aufgenommen zu werden, musste ich einen einwöchigen Anmeldeprozess durchlaufen. Im Anschluss daran wurde dann abgestimmt, ob ich dieser Studentenverbindung beitreten und wenn Platz ist, auch einziehen darf. Bei mir hat alles gut geklappt. Diese Häuser gibt es auch für Jungen. In unserem Haus habe ich viele neue Amerikaner kennengelernt und man hat unzählige Möglichkeiten sich zu verwirklichen, Freundschaften zu knüpfen, gemeinsam zu lernen oder seine Freizeit mit Mädels zu verbringen, die die gleichen Interessen haben. Einen Gesprächspartner findet man im Haus immer, man treibt Sport zusammen, geht in die Bibliothek, macht movie nights usw.

Das ganze Leben im Haus wird von uns selbst organisiert. Wir waren zum Beispiel gemeinsam am Strand, gehen zusammen zum Football oder zu Tanzkursen. Wir wählen aus unseren Reihen die Mädels, die eine Position einnehmen. So gibt es zum Beispiel einen Finanzmanager, Hausmanager und ich bin zum Vice President Sisterhood gewählt worden. Das bedeutet, dass ich dabei helfe interne Events der Sorority zu planen und organisieren. Das macht nicht nur Spaß, sondern bringt auch jede Menge Abwechslung in den Alltag.

Sharon beim traditionellen Thankgsviging Dinner
Sharon mit ihren Freundinnen beim traditionellen Thanksgiving Dinner

Das Wichtigste aber ist, dass sich alle Mitglieder des Hauses für einen guten Zweck organisieren. Wir arbeiten zum Beispiel im Rahmen eines Projekts daran häusliche Gewalt zu verhindern und den Opfern und ihren Kindern zu helfen. Das ist ein Community Service, der allen im Haus sehr am Herzen liegt.

Aber auch außerhalb des Hauses habe ich schon Freundschaften geknüpft. Nach meinem Weihnachtsurlaub in Deutschland habe ich meine Freundin in Seattle besucht und dort zwei Tage verbracht, weil das Sorority House noch geschlossen war. Sie hat mir die Stadt gezeigt und wir hatten schöne Tage.

Zu Thanksgiving bin ich zu einer Freundin nach Los Angeles geflogen. Allerdings sind die Ausgehmöglichkeiten jetzt, weil ich noch nicht 21 und dadurch nach amerikanischen Recht nicht volljährig bin, im Sinne von Bars und Clubs noch ein wenig eingeschränkt. Dies ändert sich dann aber im nächsten Jahr für mich, denn dann möchte ich gern von hier aus nach Las Vegas.

In der näheren Umgebung gibt es auch sehr viele Naturschönheiten zu entdecken. So war ich zum Beispiel mit meinem Freund, der mich in seinen Semesterferien hier besucht hat, bei den Silver Falls. Wunderschön und sehenswert!

Mein Fazit

Es ist manchmal nicht leicht, da ich sehr viel zu tun habe und für den Erfolg sehr fleißig sein muss. Das Lernen macht mir aber nach wie vor Spaß und die Erfahrungen, die ich hier an der Oregon State University sammeln darf, kann mir keiner mehr nehmen.