Interview: Sean Gilmore (University of South Florida)

Sean Gilmore vor dem USF Seminargebäude

Ein Bachelor- oder Masterstudium an der University of South Florida in Tampa bietet eine tolle Möglichkeit das amerikanische Campusleben kennenzulernen. Die USF ist mit mehr als 47.000 Studenten die elftgrößte Universität in den USA und bietet Studiengänge in zahlreichen Fachbereichen an.

Während eines Besuchs auf dem Campus der University of South Florida hatten wir die Gelegenheit mit Sean Gilmore zu sprechen, der als „Director of Admissions“ das Glück hat jeden Tag mit internationalen Studenten zusammenzutreffen.

Was kann man Interessantes in Tampa unternehmen?

Die Stadt Tampa selbst ist nicht so groß, aber das Ballungszentrum „Tampa Bay Area“ hat rund drei Millionen Einwohner. In der näheren Umgebung gibt es wunderschöne Strände, zahlreiche Vergnügungsviertel mit Cafés, Bars und Diskos sowie ein sehr unterhaltsames Künstlerviertel. Darüber hinaus gibt es einen großen Einfluss der verschiedenen Kulturen in Tampa.

Tampa ist sehr durch sein spanisches Erbe beeinflusst, das in vielen Ecken der Stadt zu erkennen ist. Auch die Kubaner sind sehr präsent, die sehr viel für die Bedeutung der Zigarrenindustrie der Stadt gemacht haben.



Wie erleben internationale Studenten das typisch amerikanische „Campus Feeling“? Vielleicht möchten Sie näher ausführen, wie groß der Campus und die Universität ist?

Wir haben einen ziemlich großen Hauptcampus in Tampa, auf dem rund 40.000 Studenten, der insgesamt 47.000 Studenten der University of South Florida studieren. Das macht die University of South Florida zu einer kleinen Stadt. Wir haben neben einer Post, Banken und Supermärkte auch eine eigene Polizeistation. Hier kann man auf dem Campus wirklich fast alles finden, was man braucht.

Um neue Studenten in die Gemeinschaft zu integrieren, finden über das Jahr verteilt auf dem Campus zahlreiche Veranstaltungen statt. Die für die Organisation und Planung Verantwortlichen, „President“ und „Vice-President of Student Affairs“, legen großen Wert darauf, dass neben den Seminarräumen auch andere Möglichkeiten bestehen sich einander kennenzulernen. Sportveranstaltungen, das Fitness-Center und die unterschiedlichen Studentenvereinigungen sind nur einige Beispiele. Sobald die internationalen Studierenden bei uns ankommen, versuchen wir sie in das typisch-amerikanische Campusleben zu integrieren.



Welche Studienprogramme sind an der University of South Florida besonders herausragend und erwähnenswert?

Ich denke eine Eigenschaft, die USF sehr stark macht, ist die Möglichkeit interdisziplinäre Abschlüsse anzubieten. Es gibt zahlreiche Kooperationen zwischen unterschiedlichen Fakultäten und Studienprogrammen.

Unser Masterstudiengang im Bereich Psychologie belegt in einem nationalen Ranking den 10. Platz. Unsere „Business School“ ist von der renommierten „Association to Advance Collegiate Schools of Business“ (AACSB) akkreditiert. Der Großteil dieser Programme sind sehr weit oben gelistet. So auch unser „Entrepreneurship Program“, das es Jahr für Jahr in die Top 10 der USA schafft und durch seine erfahrenen Dozenten aus der ganzen Welt zu überzeugen weiß.

Ein weiteres starkes Programm sind die Ingenieurwissenschaften. Der Fachbereich “Computer Science and Engineering” hat das beste Graduate Programm in Florida. Darüber hinaus haben wir eine Medical School, das “Moffitt Cancer Center and Research Institute”, ein Alzheimer Forschungszentrum sowie das “Shriner Hospital for Children.” Wie man sieht, befinden sich viele Forschungseinrichtungen im Fachbereich Medizin direkt bei uns auf dem Campus. Die Fakultät für Medizin war in den letzten Jahren so aktiv, dass die University of South Florida zu einem der größten Empfänger von Fördergeldern durch die amerikanische Regierung geworden ist. Darauf sind wir natürlich sehr stolz!



Sie erwähnten das „College of Business“ und seine Stärken. Vielleicht könnten Sie uns ein bisschen davon erzählen, was Master- oder Bachelor-Studenten von der Business School erwarten können.

Wir haben ein schönes neues Studienprogramm im Bereich „Advertising“. Einer unserer Absolventen hat in der Werbeindustrie gut Fuß gefasst, was uns dazu veranlasst hat diesen neuen Studiengang ins Leben zu rufen, der unterschiedlichste Aspekte der Werbeindustrie hinterleuchtet. Jedes Jahr gibt es einen Wettbewerb für die Studierenden des Programms, die eine Werbekampagne für einen Kunden – meist größere Unternehmen - entwerfen müssen. Der Gewinner erhält einen Job in der Werbeagentur.

Vor kurzem hat die Business School ein Studienprogram in Singapur ins Leben gerufen, so dass Studenten aus Florida nun zwischen Tampa und Singapur pendeln, um eine wirklich internationale akademische Ausbildung zu genießen.



Stellen Sie sich mal einen deutschen Student vor, der zur University of South Florida kommt um Betriebswirtschaftslehre zu studieren. Gibt es für einen deutschen Studenten im Rahmen seines Studiums an der USF ein Praktikum zu absolvieren? Falls ja, in welchen Branchen konnten die Studenten bisher Erfahrungen sammeln?

Unser College of Business ist sehr stolz darauf, dass es sehr gut mit der lokalen Geschäftswelt verbunden ist. Daher gibt es die Möglichkeit für Studenten Praktika auch bei großen Firmen zu machen. Insbesondere im Bereich „Accounting“, wie zum Beispiel bei PrivewaterhouseCoopers, aber auch bei Raymond James (Financial Advising) oder Zimmerman Advertisting (Werbung).

Wir möchten, dass die Studenten möglichst früh die Gelegenheit nutzen, um ihr berufliches Netzwerk aufzubauen. Es gibt die Möglichkeit Schlüsselkenntnisse zu schulen. Ein Beispiel ist das „Elevator Interview“, das eine Situation in einem Aufzug simuliert, in der man innerhalb von einer Minute sich und seine fiktiven Produkte verkaufen soll. Viele Personaler von großen Firmen sind bei dieser Veranstaltung anwesend, um unter Umständen zukünftige Mitarbeiter für Ihre Unternehmen zu finden. Dies motiviert die Studenten natürlich sehr, da sie hier die Möglichkeit haben ergänzend zur Theorie, die praktischen Aspekte der Geschäftswelt zu erlernen.

Eine unserer Absolventinnen, die ursprünglich aus Italien an die USF kam, ist im Sommer für ein Praktikum im Rahmen des „Optional Practical Training“ (OPT) nach Connecticut gezogen. Wie man sehen kann, ist die USF über die Staatsgrenzen Floridas hinweg vernetzt.