Ein Auslandssemester an der Nelson Mandela University in Südafrika: Erfahrungsbericht

Von Teresa Feucht

Name: Teresa Feucht

Alter: 22 Jahre alt

Land: Südafrika

Hochschule im Ausland: Nelson Mandela University

Studienschwerpunkt: Tourismusmanagement

Auslandssemester in Südafrika: 2. Semester 2016

Elefant in Port Elizabeth

Inwiefern hat Academic Embassy Ihnen geholfen?

Ich war froh, Academic Embassy entdeckt zu haben, da die Nelson Mandela University leider keine Partnerhochschule meiner Hochschule ist. Denn so stand ich mit der ganzen Organisation nicht alleine da. Außerdem empfand ich die Unterstützung durch Academic Embassy als sehr hilfreich und nur zu empfehlen. Ich konnte jederzeit anrufen oder eine Mail schreiben und bekam sofort eine aufschlussreiche Antwort. Vor allem hat Academic Embassy mir dabei geholfen, meine Bewerbungsunterlagen und die ganzen wichtigen Formulare, die man für die Bewerbung braucht, zusammenzustellen. Dazu bekam ich sogar so manche Rückmeldung zu meinem Visum von den Mitarbeitern von Academic Embassy.

Warum haben Sie sich für das von Ihnen gewählte Programm entschieden?

Ich habe mich für ein Auslandssemester in Südafrika entschieden, da ich zuvor schon ein Freiwilligenprogramm in einem Nationalpark dort absolviert hatte und das Land und die Menschen mich so faszinieren und begeistern. Somit hatte ich schon zuvor ganz viele tolle Erlebnisse und Erinnerungen von Südafrika mit nach Hause genommen habe.

Haben Sie Auslands-BAföG in Anspruch genommen?

Auslands-BAföG habe ich nicht in Anspruch genommen, aber die meisten, die ich dort kennen gelernt habe, hatten dies getan. Das lohnt sich sicherlich, da zwar die Lebenshaltungskosten in Südafrika nicht sehr hoch sind, aber die Studiengebühren an sich schon etwas ins Geld gehen. Diese sind von Modul zu Modul verschieden, also kommt es darauf an, welche Fächer man ausgewählt hat.

Welche Vorbereitungsmaßnahmen haben Sie vor Ihrer Abreise getroffen?

Die Vorbereitungsmaßnahmen vor meiner Abreise hielten sich eigentlich in Grenzen, da ich schon öfter in Südafrika war und daher wusste, was ich brauchte und was nicht. Den meisten Aufwand kostete ehrlich gesagt das Visum, da man da einige Formulare einreichen und auch den ein oder anderen Besuch beim Arzt einlegen muss. Daher empfehle ich, für das Visum genug Zeit einzuplanen. Außerdem sollte man sich schon vorher mit den Modulen auseinandersetzen und schauen, dass diese sich zeitlich nicht überschneiden.

Was waren Ihre ersten Eindrücke nach Ihrer Ankunft?

Meine ersten Eindrücke nach der Ankunft waren wie immer positiv, da ich mich natürlich riesig gefreut hatte, wieder die Chance zu haben nach Südafrika zu reisen und ich auch sehr zufrieden mit der mir zugeteilten Unterkunft und deren Lage war (2 Minuten zu Fuß vom Strand entfernt). Erst dachte ich, dass das vielleicht etwas schwierig wird in einer 12er WG zu leben, aber das war super schön und ich bin sehr froh über diese Erfahrung! Mir hat an der Wohnsituation besonders gut gefallen, dass wir so viele waren, denn so war es nie langweilig.

Auch von der Uni und der ganzen Organisation vor Ort war ich sehr positiv überrascht!

Wo wohnen Sie (Studentenwohnheim, Appartment, Gastfamilie)?

Gewohnt haben wir in einem Haus in 1 Jenvey Road in Summerstrand. Das ist einer der schönsten und besten Bezirken in Port Elizabeth. Jeder hatte sein eigenes Zimmer. Badezimmer waren auch genügend da, sodass man sich meistens nur zu zweit eins teilen musste. Wir hatten einen großen Garten und neben dem Haus waren ein paar Cottages, in denen vier von uns untergebracht waren. Was etwas unglücklich schien, war, dass die Zimmer total unterschiedliche Größen hatten, aber jeder dafür das gleiche Geld zahlen musste. Unsere Vermieterin war ab und zu etwas schwierig und auch der Supervisor, der auf dem Grundstück lebte, war etwas nervig, da wir feste Regeln hatten, wie beispielsweise, dass Besucher nur bis 22:00 Uhr bleiben durften und Übernachtungen von Freunden nur gegen Bezahlung erlaubt waren. Die Kontrolle über das Einhalten der Regeln war streng. Ansonsten hatte unsere Unterkunft eine perfekte Lage, wie ich finde. Man war gleich am Strand, im Einkaufszentrum und auch zur Uni ging es mit dem Fahrrad recht schnell.

Beschreiben Sie den Grad Ihrer Mobilität (Autokauf, -miete, ÖPNV).

Wir hatten uns alle Fahrräder für den Zeitraum unseres Aufenthalts entweder geliehen oder gekauft. Das würde ich auch jedem empfehlen, da der Weg zur Uni zu Fuß schon circa 20 bis 25 Minuten dauert und die Taxis auf Dauer zu teuer werden. Auch zum Einkaufen in das nah gelegene Einkaufszentrum ist es mit dem Fahrrad einfach schneller und praktischer. Ein Auto zu mieten ist auf jeden Fall kein Muss! Wer will kann das tun, aber ein Fahrrad ist absolut ausreichend.

Beschreiben Sie die erste Semesterwoche (Einführungsveranstaltung, Kurswahl, Campus-Tour etc.).

Zur ersten Semesterwoche kann ich leider nicht viel schreiben, da ich da leider noch in Deutschland war und Prüfungen schreiben musste, da sich mein Semester mit dem Auslandssemester in Südafrika um zwei Wochen überschnitten hat. Das war jedoch ziemlich leicht mit der Universität zu klären. Meine Mitbewohner dort erzählten mir, dass die Einführungsveranstaltungen richtig gut waren. In unserem Semester wurde beispielsweise ein Ausflug nach Tsitsikamma unternommen. Das ist ein ca. drei Stunden entfernter Ort, der neben dem gleichnamigen Nationalpark viele Unternehmungen anbietet.

Obwohl ich die Orientierungswoche leider nicht miterleben konnte, war es kein Problem mich auf dem riesigen Campus schnell zurechtzufinden. Alles ist gut ausgeschrieben und den Internationals wird eine Übersicht zur Orientierung mitgegeben. Auch mit meiner Kurswahl hatte ich Glück und musste nur ein Modul vor Ort ändern. Allerdings mussten die meisten anderen Internationals vor Ort noch einmal alles umändern, weil die Zeiten oder Anderes einfach nicht zusammen gepasst hatten. Daher rate ich jedem schon in der Vorbereitung in Deutschland sich ausgiebig mit den Modulen zu beschäftigen, damit so etwas nicht passiert. Bei den Modulen wird sicher jeder fündig, da es eine riesige Auswahl an vielen verschiedenen Kursen an der NMU gibt.

Campus der NMU in Port Elizabeth

Welche Erfahrungen haben Sie bezüglich der Verpflegung auf dem Campus gemacht?

In Sachen Verpflegung am Campus gibt es zum einen ein kleines Café unter dem International Office, aber auch ein kleines Restaurant und noch ein oder zwei Shops wo man sich was zu essen kaufen kann sind da anzutreffen. Das Café bietet sogar täglich ein Frühstücksbuffet und auch ein Buffet zum Mittagessen an. Süßes wie Kuchen, Muffins oder auch Sandwiches kann man dort ebenfalls jederzeit kaufen und auch kalte Getränke oder Kaffee, Cappucino etc. Da ist man auf jeden Fall bestens versorgt.

Inwiefern erleben Sie den Dienstleistungsgedanken (Verwaltung, Dozenten, Seminarleitung) an Ihrer Universität?

Zu den Dienstleistungen wie Verwaltung oder Dozenten an der NMU gibt es von meiner Seite nur Positives zu berichten. Wenn man eine Frage hat, kann man einfach zum International Office gehen und bekommt auch meistens eine hilfreiche Antwort. Aber auch mit den Dozenten meiner verschiedenen Module war ich zufrieden. Die besten Vorlesungen hatte ich bei Professor Rousseau, da er seine Vorlesung ganz simpel hält, aber unfassbar gut erklärt. Er hat immer gute Beispiele parat, ist immer gut drauf und witzig. Da habe ich mich sehr wohl gefühlt und auch viel mitgenommen.

Teilen Sie Ihre ersten Eindrücke zum Campus, zur Universität und der Stadt, in der der Campus liegt.

Meine Eindrücke zu Port Elizabeth waren natürlich nicht so überraschend, da ich zuvor schon einige Male dort war. Eine riesige Stadt, die alles zu bieten hat und wunderschön direkt am Indischen Ozean liegt. Zum Thema Kriminalität: man muss sehr vorsichtig sein und sollte sich bei Nacht besser nicht in den Straßen aufhalten. Wenn es später wird, nur in Begleitung und nie alleine unterwegs sein! Es passiert schon oft, dass einem die Wertsachen geklaut werden. Vor allem nachts in den Clubs sollte man gut aufpassen.

Mein Eindruck zur Uni und zum Campus waren sehr gut. Man hat alles, was man braucht. Auch super finde ich, dass ganz viele Sportarten angeboten werden, an denen man teilnehmen kann und somit auch noch mehr in den Kontakt mit den Einheimischen kommt.

Was ist Ihr Eindruck (z.B. Intensität, Anspruch, Größe) über die von Ihnen gewählten Seminare/Vorlesungen?

Meine Eindrücke zu meinen Vorlesungen sind ganz unterschiedlich, aber im Großen und Ganzen war alles gut. In der einen Vorlesung waren wir beispielsweise über 200 Leute und in der anderen gerade mal sechs. Die Vorlesungen waren aber alle verständlich und basierten meistens ganz normal auf Power Point Präsentationen, wie man das auch aus Deutschland kennt. Und sonst hatte ich eigentlich jedes Fach zweimal in der Woche.

Als Tipp: zieht euch warm an, da es in den Vorlesungsräumen zu der Zeit als wir dort waren sehr sehr kalt war und meistens die Klimaanlage voll aufgedreht war.

Was wird von Ihnen bezüglich der Kursvorbereitung (z.B. Anzahl der zu lesenden Seiten/Bücher) erwartet?

Bezüglich der Kursvorbereitung wird schon etwas erwartet. Man muss dort im Semester einiges tun, wie zum Beispiel Ausarbeitungen oder Essays schreiben und ich hatte auch in jedem Fach zwei Tests während des Semesters. Das ist zwar etwas mühsam und anstrengend, hilft aber sehr zur Vorbereitung auf die Klausuren am Ende des Semesters, da man eigentlich nur nochmal alles wiederholen muss und man immer im Stoff ist. Die Tests, Ausarbeitungen, Präsentationen etc. während des Semesters ergeben dann eine Note und die Klausur am Ende auch nochmal eine Note. Diese beiden werden dann zusammen gerechnet und ergeben die Endnote. Ehrlich gesagt, finde ich diese Art von studieren viel besser als in Deutschland, wo man eigentlich - wie die meisten Studierenden - unter dem Semester nicht so viel macht und dann die Note am Semesterende von einer einzigen Klausur abhängt und man sich den Stoff in vier Wochen ins Hirn hämmert. Mir hat das Studieren auf diese Weise ziemlich gut gefallen.

In welcher Art erfolgt die Leistungsabfrage (unangekündigte Tests, Hausaufgaben, Hausarbeiten, Midterms, Finals)?

Wie schon erwähnt, erfolgt die Leistungsabfrage in Essays, Ausarbeitungen, Präsentationen und vor allem in Tests während des Semesters sowie der Note der Klausur. Unangekündigt war bei mir kein einziger Test! Und auch Hausaufgaben gab es nicht.

Wie viel haben Sie für Bücher und Unterrichtsmaterialien pro Quartal/Semester ausgegeben?

Bücher sind dort unten sehr teuer finde ich. Es gibt zwar den Rehab, wo man sich gebrauchte Bücher von den Jahrgängen zuvor für wenig Geld kaufen kann, allerdings sind diese auch sehr schnell vergriffen und dann muss man sich die Bücher neu kaufen. Unterrichtsmaterialien wie Blöcke, Ordner usw. sind dagegen recht günstig und man kann diese direkt auf dem Campus kaufen.

Schildern Sie die Lernbedingungen (Bibliothek, Seminar- & Vorlesungsräume).

Die Lernbedingungen sind ziemlich gut an der NMU. Es gibt eine große Bibliothek, die viel Platz bietet und auch einzelne Räume für die Studenten zum Lernen oder für Gruppenarbeiten. Oben in der Bibliothek gibt es sogar Einzeltische für Studenten, wo absolute Ruhe herrscht und man sich gut konzentrieren kann. Nur wenn man einen Computer in der Bibliothek nutzen möchte, kann das schon einmal etwas länger dauern, da vor allem die Einheimischen dieses Angebot ausgiebig nutzen und auch das Wifi dort meist ziemlich langsam und überlastet ist. Die Vorlesungsräume sind aufgebaut wie in Deutschland und je nach Größe der Gruppe auf diese ausgelegt. Also gibt es nicht nur die klassischen Vorlesungsräume sondern auch kleinere Klassenräume.

Giraffe in Südafrika

Inwiefern ist es Ihnen gelungen neue Freundschaften (mit südafrikanischen und anderen internationalen Studierenden) zu schließen?

Freundschaften knüpfen geht dort sehr schnell. Egal ob mit anderen internationalen Studenten oder mit den Einheimischen, da diese sehr offen sind und auch sehr interessiert an den internationalen Studenten. Außerdem werden auch immer Ausflüge, Veranstaltungen etc. für die Internationals angeboten, sodass man sich sehr schnell kennen lernt. Was man dazu sagen kann, ist, dass die Deutschen ganz klar die Mehrheit bei den internationalen Studenten sind.

Welche Freizeitmöglichkeiten (On- und Off Campus, Sportveranstaltungen, Ausgehmöglichkeiten) nutzen Sie?

An Freizeitmöglichkeiten gibt es einiges zu bieten in Port Elizabeth. Man kann surfen oder tauchen gehen oder einfach auch nur so zum Strand. Oder eines der vielen nahe gelegenen Game Reserves besuchen, in den Addo Elephant National Park gehen oder sich mal ein richtiges Rugby Spiel direkt im Stadion von PE ansehen. Da wird es auf keinen Fall langweilig. Auch die Uni bietet diesbezüglich sehr viel an. Wie schon gesagt gibt es verschiedene Sportarten, die von der Uni angeboten werden. Auch Ausflüge und Campusveranstaltungen finden regelmäßig statt. Ausgehmöglichkeiten gibt es dort reichend! Am Strand entlang gibt es viele schöne Restaurants, Bars und auch Clubs. Ruft am besten Pang an, der bringt euch sicher dort hin und holt euch auch wieder ab!

Welche Ziele in der Gegend haben Sie bereits kennengelernt?

Ich bin bereits die Garden Route entlang der Küste bis nach Kapstadt gereist, habe die Wildcoast erkundet, bin in den Krüger National Park gereist. Im Landesinneren war ich bisher in Graff Reinet, Cradock und in Hogsback. Alles wunderschön und nur zu empfehlen!

Beabsichtigen Sie, innerhalb des Ziellandes zu reisen?

Wenn man einmal in Südafrika ist, sollte man auf jeden Fall reisen, da das Land so vielfältig in seiner Landschaft und Natur ist!

Was vermissen Sie bisher am meisten aus Deutschland?

An Deutschland hab ich eigentlich gar nichts vermisst, außer eventuell schnelleres Internet, gerade wenn man viele Essays oder Ausarbeitungen schreiben muss. Das war ab und an etwas nervig, aber am Ende hat alles funktioniert. Und eventuell auch eine Heizung im Haus.

 

 

Viel Spaß euch!