Erfahrungsbericht: Auslandssemester an der Nelson Mandela University in Port Elizabeth, Südafrika

Von Karolin Zimmer

 

Nachdem unsere Teilnehmerin am Programm der Nelson Mandela University (NMU) in Port Elizabeth ihr Auslandssemester in Südafrika absolviert hat, hat sie hier ihre Erfahrungen im Erfahrungsbericht über das erste Semester 2018 zusammengefasst.

Elefanten an der NMU

Wie wurden Sie auf Academic Embassy und ein mögliches Auslandssemester in Südafrika aufmerksam?

Ich wurde durch den „International Day“ meiner Hochschule auf Academic Embassy aufmerksam. Da meine Heimathochschule keine Partnerhochschule in Südafrika hat, habe ich mich dazu entschieden Academic Embassy als Organisation zu wählen, um vor allem bei dem Bewerbungsprozess Unterstützung zu bekommen. Für die Bewerbung muss man einige Unterlagen zusammensuchen und an das International Office der NMU schicken, was durch die Unterstützung von Academic Embassy problemlos von statten ging. Es dauerte etwas bis die endgültige Zusage der NMU kam und ich mich dem nächsten und größten Punkt widmen konnte: dem Visum. Hierfür muss man einige Formulare ausfüllen, Dokumente sammeln, Kontoauszüge besorgen, eine südafrikanische Reiseversicherung abschließen und auch Arztbesuche (Gesundheitscheck, Lunge röntgen) hinter sich bringen, bis man dann mit dem Stapel an Unterlagen persönlich zum Konsulat konnte (je nach Wohnort Berlin oder München). Dort wurde alles geprüft und der Reisepass für die Erstellung des Visums behalten. Etwa 4 Wochen später bekam ich meinen Pass mit dem eingeklebten Visum wieder. Man sollte sich also frühzeitig um sein Visum kümmern, damit man beim Abflug seinen Reisepass samt Visum wieder hat.

 

Warum haben Sie sich für das Auslandssemester in Südafrika entschieden?

Ich war zuvor noch nie in Südafrika und hatte ehrlich gesagt auch keine genauen Vorstellungen, was mich erwarten wird. Aber genau das war es, was ich wollte und so viel kann ich sagen, ich wurde definitiv nicht enttäuscht!

 

Wie würden Sie die Infrastruktur und den Service an der südafrikanischen Universität beschreiben?

Man musste schon im Voraus angeben, wann man in Port Elizabeth landet und wurde dann am Flughafen abgeholt. Dort fand auch bereits der erste Kontakt zu anderen internationalen Studierenden statt. Nach dem langen Flug mit Umsteigen war man etwas fertig, jedoch entschädigte der erste Eindruck von Port Elizabeth und der Anblick des Meeres alles. Ich wohnte, wie die meisten Auslandsstudenten, in CampusKey. Dies ist ein schönes Wohnheim in dem auch Locals leben. Die Lage ist super, da es nur etwa 300 Meter vom Indischen Ozean entfernt und auch ein Pick´n´Pay (lokale Supermarktkette) zum Einkaufen in der Nähe ist. In Summerstrand, dem Ortsteil in dem die Universität liegt, ist es zudem ziemlich sicher, wodurch man gleich ein besseres Gefühl hatte.

Zur Uni sind wir meistens gelaufen, jedoch konnte ich mir auch in dem Wohnheim, während meines Aufenthaltes, ein Fahrrad mieten, wodurch ich noch mobiler war. Zudem ist es zu empfehlen, sich die App „Uber“ zu holen und somit überall ein Uber rufen zu können, da man besonders nach Sonnenuntergang nicht mehr überall zu Fuß unterwegs sein sollte.

Strand in Port Elizabeth

Welche Kurse haben Sie belegt und wie empfanden Sie die Organisation an der NMU?

An der NMU hatte ich meine ganzen Kurse am South Campus. Dieser ist ziemlich groß, was am Anfang für Verwirrung sorgen könnte, aber man findet sich nach ein paar Wochen ganz gut zurecht. Im Café „Rendez-vous“ bekommt man außerdem morgens immer guten Kaffee und auch mittags leckeres Essen. Dieses befindet sich im gleichen Gebäude wie das International Office, wo man immer Hilfe findet, wenn man irgendwelche Fragen hat. Ich habe meine Kurse schon im Vorhinein ausgewählt, allerdings von den vier Kursen nur einen wirklich gewählt und die anderen in der Orientation Week noch einmal geändert. Schließlich habe ich die Kurse „Tourism Marketing“, „Afrikaans“, „Women in Africa“ und „Community Service Learning” belegt. Besonders den Freiwilligendienst kann ich nur empfehlen, da man so noch mal einen tiefen Eindruck von der nicht so schönen und armen Seite Südafrikas bekommen kann, samt den „Townships“ und des Bildungssystems. Insgesamt unterscheidet sich der Uni-Alltag darin, dass man bereits während des Semesters schon einige Abgaben, Tests und Präsentationen hat, welche auch einen Teil der Endnote ausmachen. Zudem braucht man eine gewisse Prozentzahl, um überhaupt zu den Examen zugelassen zu werden. Diese ist jedoch ohne Probleme zu erreichen. Generell empfand ich das Niveau und die Ansprüche etwas geringer als in Deutschland. Dies kommt jedoch auch auf das gewählte Modul an. Meine Dozenten waren alle sehr freundlich und auch an den Unterschieden zwischen dem deutschen und südafrikanischen Universitätsleben interessiert.

 

Haben Sie in einem festen Programm für internationale Studierende oder zusammen mit einheimischen Studierenden gelebt? Wie würden Sie den Kontakt zu den südafrikanischen Studierenden beschreiben?

Die Südafrikaner sind alle sehr offen und freundlich, sodass es einem nicht schwer fällt, schnell Kontakte zu knüpfen. Besonders im Wohnheim, wo auch viele Südafrikaner leben, findet man schnell neue Freunde und auch unter den anderen internationalen Studierenden findet man, unabhängig von der Nation, viele neue Freunde für das Leben. Mit einigen war ich auch während und nach dem Semester oft unterwegs. An den Wochenenden mieteten wir uns oft ein Auto und fuhren die Garden Route ab oder auch die Ostküste hoch. Südafrika hat besonders in seiner Natur und Tierwelt so viel zu bieten, dass man immer einen Ort findet, den man bereisen und sich neu begeistern lassen kann. Zudem war auch Zeit während Springbreak nach Lesotho und Swasiland zu reisen. Nach dem Semester machte ich mich mit einer Gruppe auf nach Simbabwe, Sambia (Victoria Falls), Botswana und Namibia. Ich kann nur empfehlen, sein Visum auszunutzen und noch andere afrikanische Länder zu bereisen. Zudem nutzte ich während meines Aufenthaltes in PE die Nähe zum Meer und kaufte mir, wie ein paar andere Studierende auch, ein eigenes Surfboard, um regelmäßig im Indischen Ozean surfen gehen zu können. Auch an Restaurants, Bars, Malls und einem Kino mangelt es in Port Elizabeth nicht.

 

Würden Sie den Aufenthalt an der Nelson Mandela University weiterempfehlen?

Jedem, der offen für Neues ist und einmal in einem ganz anderen Land als Deutschland leben möchte, kann ich Südafrika nur empfehlen. Ich kann sagen, dass es die beste Entscheidung war nach Südafrika zu gehen und ich möchte die Erfahrung nicht missen wollen. Es war definitiv nicht mein letzter Aufenthalt in der Regenbogennation.