Erfahrungsbericht Nelson Mandela University, Port Elizabeth: Auslandssemester in Südafrika

Von Samuel Mäurer aus Koblenz

Mit dem Studium in Südafrika wollte ich mir einen Kindheitstraum erfüllen und dank der Hilfe von Academic Embassy ist alles gut verlaufen und hat bestens geklappt. Da meine Heimatuniversität keine Partnerschaft mit einer Universität in Südafrika hatte, bin ich auf Academic Embassy gestoßen, die mir sehr geholfen haben.

Sport Team an der NMU

Die Vorbereitung mit Academic Embassy

Die Entscheidung ein Auslandssemester zu bestreiten ist natürlich mit Aufwand verbunden, aber genau hier hat mir Academic Embassy unter die Arme gegriffen. Es war natürlich deutlich einfacher, alle benötigten Unterlagen für die Einschreibung an Academic Embassy zu senden, das diese dann an die Verantwortlichen vom International Office der Nelson Mandela University weiterleitete. Hier sind keine Probleme entstanden und alle Fristen wurden zeitgemäß eingehalten. Ich konnte es gar nicht mehr abwarten endlich zu fliegen und hatte gespannt auf eine Rückmeldung von der NMU gewartet. Als dann die offizielle Bestätigung der NMU eines morgens in der Post lag, konnte ich es gar nicht glauben. Jetzt geht es wirklich endlich los! Ich hatte mich dann auf Anraten von Academic Embassy sofort um den Flug und das Visum gekümmert. Hier muss man beachten, dass man den Visumantrag frühestens 3 Monate vor dem Flug beantragen muss und in Person, je nach Wohnsitz, entweder in Berlin oder einer anderen Auslandsvertretung Südafrikas in Deutschland erscheinen muss. Außerdem setzt die NMU voraus, dass man dort neben der Auslandsversicherung ebenfalls eine Krankenversicherung abschließt (ungefähr 200€ für das gesamte Auslandssemester). Somit war ich vorbereitet, mein Semester an der Nelson Mandela University in Port Elizabeth zu beginnen.

Die Nelson Mandela University

Elefant und Straße in Südafrika

Die Lage der NMU ist einfach nur gewaltig, direkt am indischen Ozean an der Algoa Bay. Meine Unterkunft nur 200 Meter davon entfernt. Hinter der NMU ein Naturreservat. Dank der Hilfe von Academic Embassy ist der ganze Bewerbungsprozess und auch alles Organisatorische einwandfrei abgelaufen. Nach dem Aufenthalt in Südafrika habe ich schon einige Eindrücke sammeln können, die sich um Universität, Politik und Wirtschaft, aber auch um die Gesellschaft bewegen. Komme ich zunächst auf die Universität zu sprechen, die sich vor einem Naturreservat am Indischen Ozean befindet und gespickt ist mit der vielfältigen Fauna Afrikas. Nur um das kurz zu erwähnen: ich konnte vom Campus aus Zebras, Springböcke oder auch eine riesige Familie Affen, die in der Mittagspause einem das Essen klauen wollten, beobachten. Die Universitätssicherheit wies uns auch auf Schlangen, die sich im Campus verirrten hin. Die beeindruckende Fauna, die mich schon als kleines Kind in die Zoos Deutschlands gezogen hat, war mit ein Punkt, warum ich mich für diese Universität auf der Südhalbkugel der Erde entschieden habe.

Mit über 40.000 eingeschriebenen Studenten und 5 verschiedenen Campus die in der Stadt verteilt sind, ist die Uni schon relativ groß. Ich war größtenteils am Südcampus und Nordcampus zugange, um Vorlesungen, Tutorien und Übungen zu besuchen. Ein Campus, an dem es uns internationalen Studenten verboten war Kurse zu wählen, war der Missionvale Campus. Grund dafür war, dass er sich sehr weit abseits befand und von einem Township umringt war, womit deutlich eine größere Gefahr ausging als am Summerstrand am Indischen Ozean. Ich muss sagen, dass ich mich zu Beginn des Öfteren verlaufen hatte, um in den Vorlesungssaal zu gelangen, da allein der Südcampus von einer Größe war, die schnell unübersichtlich werden konnte. Und selbst wenn ich Kommilitonen fragte, wussten diese selbst nicht den richtigen Weg, was oft zu der ein oder anderen lustigen Begegnung führte.

Was ich auch sehr spannend fand, war das angebotene Essen in den Mensen, welches von afrikanischen Gerichten bis zu europäischer Küche reichte. Vor allem die afrikanischen Gerichte mit zum Beispiel Butternut oder Gemsquash, welche eine Art von Kürbissen ist, waren sehr lecker und werden mir fehlen. Grundsätzlich war der Weg zur Universität nicht besonders weit und von daher konnte ich entweder laufen oder ein Taxi mit anderen Kommilitonen nehmen. Ich hatte aber präferiert dort hinzulaufen, da auf dem Weg ein Obstverkäufer seine Waren, wie Bananen oder Orangen anbot. Und diese eine besondere Erfrischung bot für den Universitätsalltag.

Die Kurse an der NMU

Zebras in Südafrika

Meine vier gewählten Kurse erstreckten sich auf zwei Geschichtskurse, einen Sprachkurs sowie ein Kurs, der das Gesundheitssystem im Rahmen von traditionellen Heilmethoden und gravierenden Krankheiten innerhalb Südafrikas, wie z.B. Aids oder Tuberkulose bearbeitete. Meine Kurse waren alle sehr zufriedenstellend, auch wenn Sie mit viel Arbeit verbunden waren. Ich belegte hier Geschichtskurse mit dem Ziel mehr über Südafrika und die Kolonialzeit des Kontinents Afrika zu erfahren. Diese Kurse sind natürlich eine Herausforderung gewesen, wenn man bedenkt, dass ich so gut wie keinen schulischen Hintergrund zu diesem Thema hatte und letztendlich viel dazu nachforschen musste, um den Gesamtkontext zu verstehen. Des Weiteren belegte ich einen Sprachkurs in Afrikaans, welcher durchaus mit Aufwand verbunden, jedoch nicht so schwierig war, da diese Sprache, welche im 16. Jahrhundert von den Niederländern in Südafrika integriert wurde, sehr ähnlich mit niederländisch ist. Bekanntermaßen versteht man als Deutscher die Sprache relativ einfach. Auch der Kurs, welcher sich um das Gesundheitssystem in Südafrika drehte und auch die traditionellen Heilmethoden nicht zu kurz kommen ließ war sehr interessant. Einer meiner gewählten Geschichtskurse nannte sich “African History in the Age of Globalisation“. Dieser befasste sich mit der Kolonialisierung Afrikas. Natürlich ist das vom Inhalt kein Thema für nur ein Semester und wie sich herausstellte wurden grundsätzlich die verschiedenen Nationen, die Kolonien innerhalb Afrikas besaßen von ihrer Ideologie und Philosophie als Kolonisator betrachtet, wie sie eine Verwaltung innerhalb ihrer neuen Kolonie erbauten und wie sie die Einheimischen in ihrem neuen Machtgefüge behandelten. Selbst dieser Inhalt wäre nicht innerhalb eines Semesters durchzubekommen, daher war das Literaturstudium mit Fallbeispielen von z.B. der Besetzung Angolas oder Mosambiks durch Portugal, wie auch der belgischen Plünderung des Kongo gefüllt. Der weitere Gesichtskurs, den ich gewählt hatte nannte sich “Political History of South Africa in the 20th Century“. Es handelte sich nämlich um die Zeit von 1976 bis 1994 in dem das Apartheid-Regime in Südafrika regierte.

Es ist ein sehr bewegendes Thema, das mich mit Interesse und auch Emotionen beim Lesen überwältigt hat und auch immer noch tut. Zum einen wurden verschiedene Bewegungen und Akteure aufgearbeitet, die gegen das Apartheid-Regime kämpften - alles wurde aufgerollt, angefangen mit dem Soweto Aufstand im Jahre 1976. Den Kampf den vor allem „Coloured Africans“ in dieser Zeit gegen die Rassentrennung und der im Bildungssystem rassistisch geführten Hand ankämpften war für mich nicht in Worte zu fassen. Bis heute bin ich noch am Aufarbeiten und lesen darüber. Mein Mitbewohner in Südafrika - ein sehr gebildeter Schwarzafrikaner - hat mich auch durch sehr interessante Gespräche über die aktuellen Unter- wie Hintergründe der politischen wie historischen Geschichte aufgeklärt. Die tiefe Bewunderung über den Kampf gegen den Rassismus, der leider in der ganzen Welt besteht und auch mittlerweile in Europa die Tageszeitungen füllt, lebt bis heute in mir.

Der Sprachkurs in Afrikaans war durchaus auch eine Horizonterweiterung in vielerlei Hinsicht. Dass es bis heute die jüngste Sprache dieser Erde ist und aufgrund der Abtretung des damaligen Südwestafrika Deutschlands im Jahre 1915, (heute Namibia) an Südafrika, auch dort gesprochen wird, war mir völlig unbekannt. Die Sprache war durchaus eine Herausforderung, doch nicht so schwer. Der andere Kurs war auch interessant, da er die Ausbreitung von vielen aus westlicher Sicht klar beschriebenen Krankheiten aus der Sicht eines “Sangomas“ oder eines “Herbalisten“ beschrieben hatte.

Südafrika

Weg zur NMU

In Südafrika werden 11 verschiedene Sprachen gesprochen, deshalb nennt man Südafrika auch liebevoll Regenbogennation. Neben Englisch wird z.B. an der Ostküste in PE hauptsächlich isiXhosa gesprochen, während in der Region um Durban vor allem das Volk der Zulu vertreten ist. Neben isiXhosa, isiZulu sind auch Venda, Pedi, Tsonga, Afrikaans, Süd-Ndebele, Sotho, Setswana und Siswati zu nennen. Jedoch spricht jeder einzelne Südafrikaner perfektes Englisch, da sie dies von klein auf aufgrund der verschiedenen Kulturen und Sprachen auch benötigen, um miteinander zu kommunizieren. Es ist unglaublich wie einfach man mit Südafrikanern in Kontakt kommt. Da sie offen und auch sehr gesprächig sind konnte ich schnell viele Freundschaften schließen.

Ich durfte auch am dritten August die Regionalwahlen in Port Elizabeth - es ist immer noch eine brandgefährliche und sehr kontroverse Zeit - erleben. Ich habe feststellen können, dass Schwarze, Weiße und Farbige jeweils nur die Partei wählen und vertreten, welche auch nur die Interessen dieser Ethnie vertritt. Dies war sehr interessant im Vergleich zu Deutschland. Auch wenn ich festgestellt habe, dass die Universität mit Hausaufgaben und vielen Kurzberichten sehr schulisch scheint und Kriminalität und Armut einem noch sehr ins Auge fallen, habe ich persönlich vieles dergleichen schon erwartet, da die Regenbogennation immer noch sehr unter der Zeit der Apartheid leidet. Da ich im Juli geflogen bin war in Südafrika Winter. Auch wenn dieser mit 18-20 Grad Celsius sehr mild ist, ist es doch noch immer sehr frisch gewesen. Ich hatte mich zu dieser Zeit riesig über den Sommer gefreut, der jedoch dann ziemlich heiß wurde und mit einem deutschen Sommer nicht zu vergleichen war.

Südafrika ist einfach nur ein wunderschönes Land, das stolz auf seine „Big Five“ und auch auf seine bewegende Geschichte blickt. Die Regenbogennation mit so vielfältigen und unterschiedlichen Regionen ist gespickt mit einer unbeschreiblichen, nicht in Worte zu fassenden Schönheit. Allein die Tatsache, dass ich direkt am Indischen Ozean gelebt habe ist für mich immer noch unbeschreiblich. Eine Safari mit einem eigenen Auto im Addo Elephant National Park gemacht zu haben, ist als günstige Alternative zu dem weit entfernten Krüger National Park sehr empfehlenswert. Dieses Gefühl auf der Bremse zu stehen, weil ein Elefant die Straße überquert ist pulsierend und werde ich definitiv vermissen.

Mein Auslandssemester ist nun vorbei, Traurigkeit aber auch Freude über die erlebten Dinge machen sich breit. Ich bin mehr als froh den Schritt, an der Nelson Mandela University in Port Elizabeth zu studieren, gewagt zu haben.