San Jose State University: Interview über ein Auslandssemester in den USA - Teil 1

Von Jan-Niklas Freund aus Mosbach

Unser Teilnehmer Jan-Niklas Freund aus Mosbach, der an der San Jose State University in Kalifornien ein Auslandssemester absolviert hat, spricht in diesem Interview über seine Erfahrungen während seiner Zeit an einer amerikanischen Universität. Er gibt Einblicke in das Leben eines Studierenden in den USA und zeigt einige Tipps auf, auf die es bei der Vorbereitung zu achten gilt.

Downtown San Jose

Inwiefern konnte Academic Embassy Sie bei der Auswahl des Programms, den Schritten zur Bewerbung, dem Visum und weiteren Aspekten der Planung für Ihr Auslandssemester in den USA weiterhelfen?

Da ich mich schon am Anfang für eine Universität entscheiden musste, kam die grundsätzliche Frage nach der Region und der Universität schnell auf. Academic Embassy hat mir Informationen zu den Universitäten beigesteuert und als es konkreter wurde, mir detailliertere Informationen, beispielsweise zu Kursen, dem Ablauf an der Uni und Erfahrungen anderer Studierender bereitgestellt. So war ich über meine zwei Unis, die ich mir ausgesucht habe, sehr gut informiert und konnte mich für die San Jose State University entscheiden. Danach bekam ich alle Informationen zum Bewerbungsprozess, dem genauen Programm, den Housing-Möglichkeiten sowie Infos zur Verpflegung und Antworten auf Fragen zum Visum. So wurden alle Fragen schnell beantwortet.

Sie absolvieren einen dualen Studiengang. Waren Sie in der Lage, BAföG in Anspruch zu nehmen?

Nein. Für uns fällt der Anspruch auf BAföG weg, da wir über der Mindesteinkommensgrenze liegen. Zudem gab es die Chance, von der Firma finanziell unterstützt zu werden. In meinem Fall wurde ein Teil der Miete übernommen.

Wie war ihr erster Eindruck von der Stadt?

Die Stadt wirkte vor allem sehr groß und in ihren Grundzügen anders als deutsche Städte. Das Wetter war großartig und trotz der Größe ist San Jose überschaubar. Da ich schon zwei Wochen vor Semesterbeginn angereist bin, konnte ich mit jemandem, den ich direkt nach der Ankunft kennengelernt habe, die Stadt erkunden. In der ersten Woche sind wir täglich 10-15 Kilometer durch die Stadt gelaufen, um zu sehen, wie es dort aussieht und was es dort gibt. Man sieht schnell, wie international San Jose ist und dass man viele Leute findet, die einem helfen und mit denen man quatschen kann. Man sollte zwar auf die Region achten, in der man unterwegs ist, aber sogar in der Anfangszeit habe ich mich nie unsicher gefühlt. Die Universität legt den Internationals ans Herz, dass man vorsichtig sein soll. Ich habe aber vor allem gute Erfahrungen gemacht und erlebt, dass die Leute sehr offen gegenüber Fremden waren. Mein Tipp ist, in den ersten Wochen die Stadt zu Fuß, mit dem Roller oder einem Auto zu erkunden.

Turm in San Jose

Wie war ihr Eindruck vom Campus der San Jose State University?

Der Campus unterscheidet sich im Vergleich mit kleineren deutschen Universitäten sehr von den gewohnten Bedingungen aus Deutschland. Es ist wie eine kleine Stadt in der Stadt, die nur auf Studierende ausgelegt ist. Dadurch ist alles fußläufig im kleinen Radius erreichbar: Essen, Bibliothek, Freizeitmöglichkeiten, Sport- und Gesundheitsangebote. Es sind Studierende aus aller Herren Länder vertreten. Dabei geht es vielen so, dass man sich fragt, in welche Richtung man gerade gehen muss. Die hilfsbereiten Kommilitonen auf dem großen Campus helfen einem jedoch schnell, damit man immer sein Ziel erreicht.

Ich habe auch die noch größere Universität in Santa Barbara (University of California, Santa Barbara) besucht, die im Gegensatz zur SJSU am Stadtrand liegt und nicht mitten in der Stadt.

So ein großer amerikanischer Campus ist für einen Studierenden einer mittelgroßen deutschen Universität sehr beeindruckend.

Würden Sie Ihre Wahl für das International House weiterempfehlen?

Ja, grundsätzlich war meine Wahl die absolut richtige Entscheidung. Man hat damit das Rundum-Sorglos-Paket mit eigener Verpflegung und direktem internationalen Kontakt. Es gibt zwar Pflichtveranstaltungen, aber die halten sich in Grenzen. Es ist auch nicht so, dass man gezwungen wird, dort hin zu gehen. Wenn man an so einem Abend mit Freunden aus dem International House lieber etwas anderes unternimmt, geht das auch. Das Gute ist, dass man immer die Chance hat, sich durch das familiäre Gefühl bei guten Freunden zurückzuziehen. Das ist wohl der größte Unterschied zu den umliegenden Studentenwohnheimen, in denen ich auch ein paar mal war und wo das Leben sehr viel mehr von der eigenen Organisation abhängt. Beispielsweise kommen die eingespielten Gruppen, mit denen man im International House isst, lernt und die Freizeit verbringt in den Wohnheimen weniger häufig vor.

Wie haben Sie sich während des Semesters von A nach B bewegt?

Ich habe mir den Aufwand gemacht und mir dort ein Auto zugelegt. Von anderen Studierenden und Einheimischen habe ich mir die Informationen zur Versicherung, dem Kauf und allen weiteren Formalitäten geholt. Ein Auto zu kaufen ist in den USA relativ einfach. Sobald man sich die notwendigen Informationen geholt hat, kümmert sich der Verkäufer um die Anmeldung und einen großen Teil der Bürokratie. Natürlich muss man auf die Finanzen achten und sollte daher Erfahrung beim Autokauf mitbringen.